Der Frauenchor an seinem Gründungsabend. Foto: zVg

Neuer Chor in Ettingen: «Vergissmeinnicht Sängerinnen»

Aus einer Bierlaune heraus ist die Idee für einen Ettinger Frauenchor entstanden. Letzte Woche fand nun die Gründungsveranstaltung statt.
Am vergangenen Donnerstag fand im Schulhaus Hintere Matten die Gründungsveranstaltung des Ettinger Frauenchors «Vergissmeinnicht Sängerinnen» statt. Rund 50 Sängerinnen waren in den Trakt 2 des Schulhauses gekommen, um dieser speziellen Geburtsstunde beizuwohnen. Die Idee für einen Frauenchor ist komischerweise am letztjährigen Sommernachtsfest des Männerchores Ettingen aus eine Bierlaune heraus entstanden. Dort sammelten Christine Zimmermann, die jetzt das Präsidium des Vereins übernimmt, und Jasmin Thüring, jetzt Vizepräsidentin, Namen von Frauen, die gerne bei einem Chorprojekt mitmachen würden. Die Namen notierten sie auf zwei Tischsets, die mittlerweile natürlich eingerahmt sind – wohl eine Art inoffizielle Geburtsurkunde.

Aus der Idee wurde ein Selbstläufer
Die wenigsten Frauen hätten an jenem Abend im vergangenen Sommer wohl damit gerechnet, dass diese Idee dann Realität werden würde. Insbesondere nicht in einer Zeit, in der viele Vereine Mühe haben, Nachwuchs zu gewinnen. Doch die Idee wurde ein Selbstläufer – immer mehr Frauen meldeten sich und bekundeten ihr Interesse, in einem Frauenchor mitzusingen. Auch Michèle Hempel, die Dirigentin des Männerchors Ettingen, wurde angefragt, ob sie den neuen Chor leiten möchte. Unterstützung bekommt der Chor vom Frauenchor Muttenz, wobei die Sängerinnen aus Ettingen dessen Notenarchiv mit nutzen dürfen.

Spass am Singen
Der neue Chor möchte vor allem eines– Spass am Singen. Die Frauen wollen sich jeweils zwar kleine Ziele für Auftritte setzen – doch die Freude an der Musik soll klar im Vordergrund stehen. So wurde aber doch daran gedacht, am Liederabend des Männerchores Ettingen mit einer musikalischen Einlage aufzutreten.

Spontane Ideen
Die Gründung des neuen Frauenchores zeigt, dass die Tage des lokalen Vereinslebens nicht unbedingt gezählt sind. Gerade in Ettingen gibt es eine Vielzahl von Vereinen, die sich nicht über Mitgliederschwund beklagen müssen. Erwähnt sei hier etwa der Turnverein und selbstverständlich der FC Ettingen. Möglicherweise sind heute schlicht mehr Flexibilität und Spontanität gefragt. Vielleicht sind Vereine heute etwas unverbindlicher und kurzlebiger – man muss also nicht 20 Jahre dabei sein, um als Mitglied ernstgenommen zu werden. Lokale, spontane Initiativen wie jene des Frauenchores wird es aber nach wie vor geben. Man kann gespannt sein, wohin die Reise führt.

Caspar Reimer

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