Naturschutzverein blickt auf erfolgreiches Jahr zurück

Mit der Weiheranlage Toggessenmatten hat der Naturschutzverein das grösste Projekt seiner Geschichte verwirklicht.
Schutz von Natur und Umwelt ist heute ein allgegenwärtiges Thema – wenigstens in unseren Breitengraden. Vorbei sind die Zeiten, als nur dem Fortschritt der Menschheit gedacht wurde, ohne dabei die Wirkung auf Natur und Klima zu bedenken. Dass sich die Menschen für diese Themen interessieren, spürt auch der Naturschutzverein Ettingen: «Wir hatten noch nie einen so hohen Mitgliederbestand wie Ende des vergangenen Jahres», sagte Vereinspräsident Thomas Tschopp anlässlich der Generalversammlung am vergangenen Freitag. Für Aufsehen hat die Errichtung der Weiheranlage Toggessenmatten, deren vier Weiher im vergangenen Dezember fertiggestellt wurden, gesorgt – sogar ein Wagen an der Ettinger Fasnacht machte dieses Naturschutz- und Amphibienförderungsprojekt zum Thema. Immerhin handelt es sich dabei um das grösste Projekt, das vom Naturschutzverein Ettingen jemals verwirklicht wurde. Dessen Hauptziel ist es, verschiedene Amphibienarten zu fördern und den Einwohnerinnen und Einwohnern einen Ort zur Beobachtung der Natur und zur Erholung zu bieten. Sechs heimische Amphibienarten erhalten mit der Anlage einen geeigneten Lebensraum - dies sind Erdkröten, Geburtshelferkröten, der Gras- und der Wasserfrosch sowie der Berg- und der Fadenmolch. An der Generalversammlung wurde die Befürchtung bezüglich Verschandelung der Anlage geäussert: «An der Anlage wird eine Tafel aufgestellt, die darauf hinweist, dass es sich um Naturschutzgebiet handelt», sagte der verantwortliche Planer der Anlage, Peter Brodmann-Gross. Zudem werde der Zustand der Weiher immer kontrolliert und bei Bedarf andere Massnahmen ergriffen. Offiziell eröffnet wird die Anlage am 14. Juni dieses Jahres.

Förderung des Hermelins
Nach dem offiziellen Teil der Generalversammlung informierte Andi Schären, Leiter der Solidago Naturschutz GmbH, über das Hermelinförderungsprojekt im Gebiet Therwiler Rebberg, Erlenhof und Schlatthof. Auch die Gemeinde Ettingen beteiligt sich an diesem Projekt. Das Hermelin ist ein kleines, scheues, aber sehr flinkes Raubtier aus der Familie der Marder. Es ist im Sommer braun und im Winter weiss und macht vor allem Jagd auf Scher-, Erd- und Wühlmäuse. Grosse Insekten, Reptilien und Amphibien ergänzen sein Beutespektrum. Als kleines Raubtier ist es seinerseits auf Schutz vor grösseren Feinden – Raubvögel, Eulen, Füchse und Dachse – angewiesen. Offene Flächen mit sogenannten Kleinstrukturen wie unregelmässigen Hecken, Altgrasbeständen und Ast- und Steinhaufen erlauben dem Hermelin sowohl eine geschützte Jagd, als auch die vor Feinden sichere Aufzucht der Jungen. Im Rahmen des Projektes sind bisher über 100 Kleinstrukturen und Förderflächen entstanden. «Hermeline brauchen etwas Dreck», sagte Schären am Vortrag. Eine allzu sterile, aufgeräumte Umgebung käme für die kleinen Tiere einer Wüste gleich. Schären bittet die Bevölkerung, sich zu melden, sobald ein Hermelin gesichtet wird.

Vielfältige Vereinsaktivitäten
Der Naturschutzverein Ettingen wurde 1991 gegründet. Mit Exkursionen, Vorträgen und Arbeitseinsätzen versucht der Verein, die Bevölkerung für die Natur zu sensibilisieren. Jedes Jahr lädt der Verein zu sieben oder acht halb- und ganztägigen Exkursionen in der näheren oder weiteren Umgebung ein. Mit Vorträgen, wie jener an der vergangenen Generalversammlung über das Hermelinförderungsprojekt, informiert der Verein über Themen zu Natur- und Landschaftsschutz. In Arbeitseinsätzen pflegen Freiwillige Magerwiesen und Hecken und helfen dem Forstdienst bei der Pflege des Waldrandes und der Waldlichtungen in den Stapflenreben. Dabei werden Nistkasten für Höhlenbrüter und Schwalben betreut sowie der Amphibienzug an der Hofstettenstrasse und am Hollen überwacht. Neu hinzugekommen ist nun die Pflege und Betreuung der Weiheranlage Toggessenmatten. Die nächste Exkursion führt am 13. April unter dem Titel «Petite Camargue Alsacienne» zu den Küchenschellen und Nachtigallen im nahegelegenen Naturschutzgebiet des Elsass.

Caspar Reimer

Das Hermelin, eines der kleinsten Raubtiere in unserer Gegend.

Foto: Frank Vassen

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